Sonova Holding AG

Besser hören mit FileMaker und Sonova

Der Hörgeräte-Hersteller am Zürichsee setzt bei der Produktionssteuerung seiner Kunststoffteile ganz auf FileMaker

Wie bitte? Diese Frage hören wir demnächst wohl öfter. Tatsächlich ist bereits jeder fünfte Deutsche über 14 Jahren hörbeeinträchtigt. Und viele wissen es noch gar nicht. Mangelnde Hörfähigkeit erschwert nicht nur den Alltag der Generation 70 plus, in der mehr als jeder Zweite schlecht hört. Rechtzeitig erkannt können moderne Hörhilfen Abhilfe schaffen und den Alltag erleichtern. Sie werden immer kleiner, vielfältiger und funktionaler. Entsprechend stellt auch ihre Produktion immer höhere Anforderungen. Das hat die Phonak, Teil der Sonova-Gruppe mit Sitz in Stäfa, erkannt und setzt in ihrer Kunststoffspritzerei auf die Datenbank FileMaker.

Überblick

  • Der Schweizer Hörgeräte-Hersteller Phonak setzt bei der Produktionssteuerung seiner Kunststoffteile ganz auf FileMaker 13

Branche

  • Produktion

Lösung

  • Die intern individuell entwickelte Lösung besteht aus mehreren Modulen. Sie ist Wissensdatenbank zur Archivierung des Know-How der Mitarbeiter, steuert die Produktionsplanung in der Kunststoffspritzerei und dient der Qualitätssicherung. Über FileMaker Go und iPad wird die Produktion dezentral überwacht.

Vorteile

  • Die Prozesse sind deutlich effektiver und transparenter geworden. Mit dem iPad wissen alle Beteiligten jederzeit, an welchem Standort in der Halle es gerade etwas zu tun gibt. Umständliche Kontrollgänge von Maschine zu Maschine entfallen.
Die moderne Produktionshalle steht quasi in Bestlage am Zürichsee. In ihrem klimatisierten Inneren geht es schweizerisch gepflegt und angenehm leise zu. Wir sind schließlich bei einem Hörgeräte-Hersteller. Insgesamt 18 Personen sorgen hier im Drei-Schicht-Betrieb dafür, dass alle Kunststoffteile für die Hörgeräte-Produktion pünktlich und präzise gefertigt werden, vom Gehäuse bis zum Kleinteil. Ihre Anzahl geht pro Jahr in die Millionen. Seit 2012 steuert bei Phonak eine FileMaker-Anwendung die Organisation der Arbeitsabläufe und die Qualitätsüberwachung.

Schnell fiel die Wahl auf FileMaker, das durch die intuitive Benutzeroberfläche und seine große Flexibilität ermöglichte, die Lösung rasch und rein intern aufzubauen

— Nico Ronner
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Maschinenpark der Kunststoffspritzerei mit Planet Quality Terminal (im Einsatz)

Expertenwissen sammeln und offenlegen

Möglich machte die heutige Lösung das Engagement von Nico Ronner. Der 27-Jährige hat ursprünglich eine Ausbildung zum Kunststofftechnologen gemacht und ist schon seit elf Jahren in einer Branche tätig, die stark von der Erfahrung im Umgang mit Prozessen, Werkzeugen und Materialien geprägt ist. Über ein dreieinhalbjähriges Studium bildete er sich berufsbegleitend weiter zum diplomierten Kunststofftechniker und kam während dieser Zeit auch zur Phonak nach Stäfa als Spezialist für das sogenannte Molding, also den Kunststoff-Spritzguss. Seine Diplomarbeit bildete im Winter 2011/2012 den Anfang jener FileMaker-Lösung, die heute die Kunststoffteile-Fertigung bei Phonak prägt.

Unterstützt wurde Ronner dabei von Stephan Kaderli, der mehrere Produktionsbereiche bei Phonak verantwortet. „Damals steckte noch viel zu viel Wissen über die optimale Einrichtung unserer Spritzguss-Maschinen, mit denen wir hier bis zu 1500 Fertigungsaufträge im Jahr fahren, in den Köpfen einzelner erfahrener Mitarbeiter", erinnert sich Kaderli. „Um ein bestimmtes Teil mit optimaler Qualität zu produzieren, muss ein komplexes Werkzeug mit größter Sorgfalt in der Maschine eingerichtet werden. Luft- und Wasseranschlüsse müssen genauso exakt sitzen wie das Kamerasystem, mit dem die Produktion überwacht wird. Zudem waren viele Programme für die Steuerung der Maschinen noch auf veralteten Speichermedien. Entsprechend war eines unserer ersten Ziele, dieses Wissen und die Programme zu archivieren und allen Mitarbeitern sicher, schnell und einfach zugänglich zu machen."

Eine Aufgabe, die förmlich nach dem Einsatz einer Datenbank schreit. Doch welche sollte man dafür nehmen? Eines war schnell klar: die hochangepasste Kunststoffproduktion bei Phonak mit vielen firmenspezifischen Details lässt sich niemals mit einer Anwendung von der Stange vollständig abbilden. „Eine individuell angepasste Lösung musste also her. Doch diese extern entwickeln zu lassen, hätte damals jedes Budget gesprengt", erläutert Ronner, der - damals noch Diplomand - mit diesem großen Projekt betraut wurde. Er brachte nicht nur das nötige Wissen über Kunststoffe mit, sondern bereits jede Menge FileMaker-Erfahrung. Die hatte sich der Kinofan unter anderem durch die Verwaltung seiner häuslichen Film-Schätze angeeignet. Außerdem hatte er bereits eine FileMaker-Anwendung für einen früheren Arbeitgeber entwickelt.

„Traditionell basiert die IT bei uns auf Windows und SharePoint, dennoch haben wir damals ganz unterschiedliche Datenbanken evaluiert", berichtet Ronner. „Schnell fiel die Wahl auf FileMaker, das durch die intuitive Benutzeroberfläche und seine große Flexibilität ermöglichte, die Lösung rasch und rein intern aufzubauen. Damals war zwar einiges an Überzeugungsarbeit notwendig, viele kannten FileMaker ja noch gar nicht. Doch heute sehen alle zum Glück nur noch die Vorteile", lacht Ronner, der bei der Entwicklung seiner Lösung von Anfang an großes Augenmerk auf die Akzeptanz durch die Produktionsmitarbeiter gelegt hat.

FileMaker-gesteuerte Produktionsplanung statt Steckkärtchen aus Papier

Ronners Engagement und seine Beharrlichkeit lies die FileMaker-Lösung schnell über eine reine Wissensdatenbank hinaus wachsen. Aus „Molding Control" wurde „Planet" als Kurzform für „Plastic Network". Der neue Name stand für ein umfassendes Programm, das die komplette Produktionskette umkrempeln sollte. Wo früher aus den SAP-generierten Fertigungsaufträgen noch Steckkarten aus Papier gebastelt wurden, um an einer großen Tafel die Aufträge den Maschinen zuzuordnen, sind die Kärtchen jetzt digital und werden über einen 2D-Barcode erzeugt.

Schritt für Schritt ging es weiter auf dem Weg zu einer komplett papierlosen Abteilung, die die Kunststoffspritzerei heute darstellt. Ob es um die Trocknung des angelieferten Kunststoff-Granulats in einem der 41 Trocknungsgeräte geht oder die Zuteilung der Aufgaben an die Mitarbeiter: alles wird heute Planet- und damit FileMaker-gesteuert.

Planet sichert Qualität im laufenden Betrieb

Fertigung in der Schweiz, das steht für höchste Produktivität und beste Qualität. Und so ist inzwischen auch die Qualitätskontrolle fest in „Planeten-Hand". Regelmäßige Prüfungen im laufenden Betrieb haben die früher übliche Nachkontrolle am Ende des kompletten Produktionsprozesses abgelöst. Auf eigens angebrachten 23 Zoll großen Touch-Displays an den 14 Spritzguss-Maschinen können die Mitarbeiter über einen Countdown ablesen, wann die nächste Prüfung der bislang gefertigten Teile ansteht. Dabei sind für jeden Produktionsvorgang unterschiedliche Zeitpunkte vorgegeben, zu denen im laufenden Betrieb ein soeben gefertigtes Teil entnommen und auf seine Qualität hin untersucht werden muss.

Zusätzlich sorgt eine eingängige Symbolik dafür, dass niemand den nächsten Prüfzeitpunkt übersieht. Zeigt die Ampel Grün, ist alles ok. Gelb heißt, die Prüfung steht jetzt an. Und Rot bedeutet höchste Eisenbahn, denn der Prüftermin ist schon seit 15 Minuten überschritten. Diese Umstellung der Qualitätsprüfung brachte Phonak nicht nur eine Steigerung der Effizienz, sondern auch finanzielle Vorteile und hatte sich innerhalb von nur zwei Monaten amortisiert.

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Kontrolltermine stets im Überblick mit Planet und FileMaker Go

FileMaker Go und iPads zeigen an, wo was zu tun ist

Kontrolliert wird der Produktionsablauf inzwischen nicht nur an den Maschinen selbst. Dank FileMaker Go sind Mitarbeiter und Vorgesetzte über vier iPads vom Typ Air 2 immer bestens über alles informiert. Seit April 2014 lassen sich so Fertigungsaufträge, Trocknungsgeräte, Materialvorbereitung, Kontrolltermine und der Einsatz der Mitarbeiter vom iPad aus planen oder überwachen.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Mit dem iPad wissen alle Beteiligten jederzeit, an welchem Standort in der Halle es gerade etwas zu tun gibt. Umständliche Kontrollgänge von Maschine zu Maschine entfallen. Nicht zuletzt empfinden viele Mitarbeiter den Umgang mit einem iPad der neuesten Generation auch als Aufwertung ihrer Tätigkeit.

Weitere FileMaker-Lösung für Erstmusterprüfberichte

Klar, dass ein so erfolgreiches Projekt Kreise zieht. Nico Ronner, für den FileMaker ein Karrieresprung war und der inzwischen im Sustaining Engineering tätig ist, setzte daher noch eine zweite FileMaker-Anwendung namens „iBase" für die sensible Dokumentation der Erstmusterprüfberichte auf. Ohne sie dürfte kein Hörgerät auf den Markt kommen. Dank iBase erspart sich Phonak das mühevolle Einscannen tausender Dokumente. Und auch hier ist der Erfolg unmittelbar sichtbar: Ronners neue Anwendung soll demnächst bei der Phonak Communications AG in Murten zur Anwendung kommen.

Phonak: www.phonak.com/www.phonak.ch

Sonova: www.sonova.com

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