Universitäts-Kinderklinik Tübingen

Sicherheit wird GROß geschrieben

Überblick

  • Intensivstation der Universitäts-Kinderklinik Tübingen organisiert sich mit FileMaker Die Visite auf einer Station im Krankenhaus ist das zentrale Ereignis der Patientenbetreuung. Hier werden täglich dem Krankheitsverlauf angepasste Therapieänderungen vorgenommen, es gehen neue diagnostische Beobachtungen ein, und der Behandlungsplan wird dokumentiert. Daraus ergibt sich einerseits ein hoher Aufwand für die Berechnung von Medikamentendosierungen, andererseits auch ein großer Schreibaufwand, der nicht selten redundantes Abschreiben derselben Medikamente des Vortags bedeutet. Es ist nicht verwunderlich, dass es hierbei zu Übertragungs- und Interpretationsfehlern durch beispielsweise unleserliche Handschriften der Kollegen der Visite vom Vortag kommt. Das Stichwort lautet Qualitätssicherung, auf der Intensivstation der Universitäts-Kinderklinik Tübingen seit über vier Jahren erfolgreich unter FileMaker gelöst.

Branche

  • Gesundheitswesen

Lösung

Vorteile

Auf der Intensivstation der Universitäts-Kinderklinik Tübingen arbeiten 90 Mitarbeiter, die jährlich rund 700 Kinder intensivmedizinisch behandeln. Im Schnitt bedeutet dies bei rund 5000 Patienten-Behandlungstagen 13,5 Visiten à 15 Minuten am Tag. Je mehr den Ärzten von dieser kostbaren Zeit für ihre eigentliche Tätigkeit, also Untersuchung, Diagnose und Therapie bleibt, desto besser ist dies für die Genesung der kleinen Patienten. Dieser Ansicht war auch Dr. med. Axel Bosk, leitender Oberarzt der Abteilung Kinderheilkunde II im Bereich Intensivmedizin der Universitäts-Kinderklinik Tübingen. 1998 suchte er nach einer EDV-Lösung, die die Stationsärzte von redundanten Schreibarbeiten und zeitaufwändigen Dosierungsberechnungen entlasten, sowie gleichzeitig Fehlerquellen ausmerzen sollte. Von einer software-gestützten Lösung versprach er sich darüber hinaus die Möglichkeit, auf einfache Art und Weise sowohl medizinisch als auch betriebswirtschaftlich relevante aussagekräftige Statistiken zu erheben.

Maßgeschneidert in die Zukunft

Auf der Suche nach einer passenden Software wurde jedoch recht schnell klar, dass es keine Lösung von der Stange gab, die den Anforderungen einer Kinderintensivstation gerecht wurde. Schon bald entschied sich Dr. Bosk dafür, selbst eine individuelle Lösung zu entwickeln. Die Wahl der Datenbank-Plattform fiel dabei auf FileMaker.

„Wir wollten eine zuverlässige, plattform-übergreifende Datenbank, die sowohl unter Windows- als auch unter Macintosh-Betriebssystemen lauffähig ist, sowie Schnittstellen zu anderen Systemen bietet. Ein weiteres wichtiges Argument war das Thema einfache Handhabung sowie Entwicklungsumgebung. Als Arzt kann ich mich nur nebenbei und in meiner Freizeit um die Entwicklung einer EDV-Lösung kümmern. Wichtig war mir deshalb vor allem, dass die Software anwenderfreundlich ist, dabei aber beispielsweise gleichzeitig erlaubt, übersichtliche Benutzeroberflächen, unterschiedliche Drucklayouts oder grafische Auswertungen zu erstellen. Wichtig war mir außerdem die Möglichkeit, die Lösung jederzeit problemlos und ohne zusätzliche Kosten ausweiten und an sich ändernde Gegebenheiten anpassen zu können", erläutert Oberarzt Bosk die Entscheidung für FileMaker als zugrunde liegendes Datenmanagement-System.

„VISITE", das Ergebnis der Entwicklung, ist seit Herbst 1999 erfolgreich im Einsatz. Anschaffungs- und Anpassungskosten beliefen sich bis heute insgesamt lediglich auf Kosten für vier FileMaker-Lizenzen in Höhe von 600,- Euro sowie die Zeiten für die Eigenentwicklung zuzüglich der Schulungen der Kollegen in deren Arbeitszeit.

Visite organisiert – Zahlen im Griff

Dank VISITE sind die Abläufe auf der Kinderintensivstation und der Kinder-Knochenmarks-Transplantationsstation (KMT-Station) der Tübinger Uniklinik um ein Vielfaches effizienter und vor allem weniger fehleranfällig geworden. Für die Patienten bedeutet dies ein höheres Maß an Sicherheit, denn schon kleinste Übertragungsfehler bezüglich der Dosierung einer Tropfinfusion, oder die falsche Berechnung der Körperoberfläche und der daraus resultierenden Flüssigkeitsmengen-Verordnung können insbesondere in der Pädiatrie schwerwiegende Folgen haben.

VISITE unterstützt das Ärzteteam jedoch nicht nur was die eigentliche intensivmedizinische Behandlung angeht, sondern hilft den Ärzten auch aus betriebswirtschaftlicher sowie verwaltungstechnischer Sicht notwenige Aufgaben des Krankenhausalltags effizienter zu erledigen. Bei circa 5000 Behandlungstagen pro Jahr wird am Ende des Jahres eine Stationsstatistik und Kostenübersicht erstellt, aus der beispielsweise hervorgeht, wie viele Patienten mit einer bestimmten Diagnose behandelt wurden, wie viele Beatmungs- oder Liegetage angefallen sind oder welche Medikamentenkosten für bestimmte Krankheitsbilder entstanden sind. Der Abgleich mit den aus dem Klinischen Informationssystem (SAP) ermittelten Daten zu Behandlungs- und Beatmungszeiten hat bereits zu einer Reihe von Korrekturen geführt, die für die Vergütung im Fallpauschalensystem (G-DRG) von barer Münze sind. Bei Verlegung eines Patienten von der KMT-Station auf die Intensivstation lassen sich die Patientendaten und Vor-Visiten per Kliniknetz übertragen. Außerdem ist eine Übertragung der Anordnungen an das PDMS der Firma Philips/Agilent (Papierloses Patientendokumentationssystem) möglich.

Qualitätssicherung sowie effizienter Einsatz von Personal und Mitteln sind nicht nur auf der Kinderintensivstation in Tübingen Thema: Die von Dr. Bosk realisierte Lösung wird zurzeit von der KMT-Station der Uni-Kinderklinik Würzburg übernommen und es gibt weitere Anfragen.

Funktionen der FileMaker-basierten Lösung VISITE im Überblick

Verwaltung von allgemeinen Patientendaten inklusive Diagnosen, Diagnoseschlüsseln, Aufnahme- und OP-Daten (inklusive Anzahl der Postoperations-Tage); Telefonnummern von Angehörigen etc.

Verwaltung von Größen- und Gewichtsverläufen, Berechnung der Körperoberfläche und der resultierenden Flüssigkeitsmengen-Verordnung pro Tag

Automatische Berechnung des Flüssigkeitsregimes unter Einbeziehung aller verabreichten Flüssigkeiten (enteral, parenteral)

Verordnung sämtlicher Infusionen und Infusionszusätze sowie der Medikamente mit Handelsname, Zahl der Dosen pro Tag, Dosisangabe, Applikationsweg und dafür verwendete Flüssigkeitsmenge

automatische Anzeige der Arzneikosten für das verordnete Medikament

Querverweise auf die Medikamente (Generics, Dosierungsrichtlinien, Applikationshinweise, Besonderheiten, Warnungen)

Vornahme der kompletten Visitenanordnungen auf einer Seite mit Ausnahme der Perfusoren (nur Anzeige), die auf einer anderen Seite verordnet werden.

Berechnung der Gesamtkalorien sowie der Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweißzufuhr

Alertfunktionen bei Patienten, die in die bundesweite Neonatalstatistik eingetragen werden müssen

automatische Anzeige von ICD-Ziffern bei Eintrag einer Diagnose

Generierung einer kompletten Intensivbehandlungskurve als wahlweise 12-Stunden- oder 24-Stunden-Blatt unter Eindrucken der Verordnungen

Generierung und Ausdruck von Klebeetiketten für Perfusoren und Infusionen

Dokumentation wiederkehrender Funktionen wie die Nummern bereits verwendeter und noch restlich bereitstehender Blutkonserven, Liegedauer von zentralvenösen Kathetern (ZVK), Beatmungsmodus; Abfragemöglichkeit der innerhalb bestimmter Zeiträume angefallenen Liegetage, Beatmungstage, ZVK-Tage etc.

Passwortgeschützte Anmeldung des jeweilig anordnenden Arztes

Übertragung der Patientendaten und Vor-Visiten von einer Intensivstation auf die andere via Netzwerk (PDMS Papierloses Patientendokumentationssystem „CareVue" von Philips/Agilent)

Erstellung monatlicher und jährlicher Stationsstatistik

Universitätsklinik Tübingen Kinderintensivstation

Auf der Intensivstation der Universitäts-Kinderklinik Tübingen arbeiten 90 Mitarbeiter, die jährlich rund 700 Kinder intensivmedizinisch behandeln. Im Schnitt bedeutet dies bei rund 5000 Patienten-Behandlungstagen 13,5 Visiten à 15 Minuten am Tag.

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